Leichtathletikgemeinschaft Bremen-Nord e. V.

Nach über drei Jahren fand im finnischen Tampere wieder eine Leichtathletik-Weltmeisterschaft der Senioren statt. Zuletzt hatten sich die über 35 Jahre alten Leichtathleten vor der Corona-Pandemie im Spätsommer im spanischen Málaga zu ihren Welttitelkämpfen getroffen. Von der LG Bremen-Nord hatten fünf Athletinnen und Athleten gemeldet, nicht für alle von ihnen erfüllten sich leider die Träume von Medaillen und guten Ergebnissen. So musste beispielsweise Uwe Meseberg das Zehn-Kilometer-Straßengehen in seiner Altersklasse M80 komplett streichen, während Waltraud Bayer (W80) lediglich im Sechs-Kilometer-Crosslauf an den Start gehen konnte. Gabriele Rost-Brasholz (W75) absolvierte den Cross, die 800 Meter und die 5000 Meter auf der Bahn.

Gleich zum Auftakt der WM konnte Urte Zinke im Hammerwurf der W60 nicht an ihre Landesrekord-Weite vom heimischen Werfertag elf Tage zuvor herankommen und blieb nach 30,02 Metern als unglückliche Neunte im Vorkampf hängen. Die für weitere drei Versuche benötigten 31,32 Meter wären normalerweise kein Problem gewesen, doch irgendwie hemmte der ungewohnte Hammerwurfring im großen Ratina-Stadion mitten in der zweitgrößten finnischen Stadt nach Helsinki. Am darauffolgenden Tag gab es erstmals Medaillen für die LG Bremen-Nord, nämlich die goldene in der Einzelwertung des Crosslaufes für Waltraud Bayer in 37:17 Minuten und die bronzene für Gabriele Rost-Brasholz in 31:58 Minuten. Beide LG Nordlerinnen standen auch in den deutschen altersklassenübergreifenden Teams auf dem Siegerpodest. Waltraud Bayer zusammen mit Margret Göttnauer (LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain) und Lilo Hartenberger (LAZ Birkenfeld) als Silbermedaillengewinnerinnen in der W70 hinter Großbritannien und Nordirland sowie Gabriele Rost-Brasholz zusammen mit Brigitte Maria Nittel (SV Kirchzarten) und Elisabeth Springer (TV 1867 Bad Sobernheim) als Weltmeisterinnen vor Finnland in der W75. In ihren Bahnläufen wurde Gabriele Rost-Brasholz über 800 Meter Fünfte in 3:47,51 Minuten und schaffte mit dieser Zeit die Qualifikationsnorm zu den Deutschen Seniorenmeisterschaften im September in Erding bei München. Über 5000 Meter gab es für sie ebenfalls Rang fünf in 27:31,76 Minuten zu notieren. „Mehr war angesichts der starken britischen Läuferinnen auf diesen Strecken auch nicht zu erwarten gewesen“, fasste Gabriele Rost-Brasholz ihre Ergebnisse nach der ersten WM-Woche zusammen. Die weiteren geplanten Starts über 1500 Meter auf der Bahn sowie über zehn Kilometer und den Halbmarathon musste sie dann krankheitsbedingt absagen.

Ebenfalls in der ersten WM-Woche absolvierte M50-Athlet Marc Gogol sein Wettkampfprogramm und schrammte dabei in seiner Spezialdisziplin Hochsprung denkbar knapp an der Bronzemedaille vorbei. Seine Einstellung der Saisonbestleistung von übersprungenen 1,65 Metern bedeuteten Höhengleichheit mit den beiden auf Platz drei liegenden Springern, jedoch hatten diese die Höhe im ersten Versuch gemeistert, der LG Nordler erst im dritten Anlauf. Somit ging WM-Rang fünf in die Bilanz für Marc Gogol ein. „Das war völlig unerwartet, weil ich ja an den beiden vorherigen Tagen meinen Zahnkampf absolviert hatte“, gab der LG Nordler zu Protokoll, der mit seiner Hochsprungleistung weiterhin auf dem zweiten Platz der aktuellen deutschen Bestenliste liegt. Im Zehnkampf gelangen Marc Gogol die erwarteten Resultate, hervorzuheben ist dabei der neue Landesrekord über 100 Meter Hürden zum Auftakt des zweiten Tages in 17,96 Sekunden. „Nun könnte ich diese Strecke sogar bei den Deutschen Meisterschaften laufen“, zeigte sich Marc Gogol sehr erfreut über diese Einzelleistung. Insgesamt holte der LGN-Starter nach guten 5:49,13 Minuten im abschließenden 1500-Meter-Lauf 4972 Punkte und wurde WM-Zwölfter.

Urte Zinke und Marc Gogol wurden darüber hinaus vom Deutschen Leichtathletik Verband (DLV) als Nationalmannschafts-Betreuer berufen und unterstützten die rund 300 DLV-Athleten bei ihren Wettkämpfen. Von der Präsidentin des veranstaltenden Weltverbandes WMA (World Masters Athletics), Margit Jungmann, erhielten beide ein Anerkennungspräsent, unter anderem für ihre Hilfe beim Rundenzählen der Zehn- und 20-Kilometer-Gehwettbewerbe auf der Straße im Tampere Exhibition and Sport Centre (TESC).

Autor: Marc Gogol

Stadion in Hervanta; Foto: Marc Gogol

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